Biofeedback, Inkontinenz und der Beckenboden

Der Beckenboden. Vor einigen Jahren noch vielen unbekannt, ist er spätestens seit dem Pilates-Zeitalter ins Licht der Aufmerksamkeit gerückt. Doch dieses Licht ist uns noch ein wenig zu schummrig. Deshalb beleuchten wir den Beckenboden heute mit unseren persönlichen Scheinwerfer, einem Biofeedback Scheinwerfer.

Der Beckenboden ist eine bindegewebig-muskulöse Struktur in der Bauchhöhle des Menschen. Seine drei Hauptfunktionen sind das Anspannen, das Entspannen und das sogenannte reflektorische Gegenhalten. Letzteres geschieht als Reaktion auf eine Druckerhöhung im Bauchraum und verhindert zum Beispiel einen Urinverlust beim Heben schwerer Gegenstände.

Meistens erfüllt der Beckenboden diese Aufgaben problemlos und somit ist er auch vielen unbekannt. Außer wenn ein Problem auftritt.

So kann zum Beispiel eine Geburt die Beckenbodenmuskulatur schwächen und zu Inkontinenz führen. Eine ungenügende Funktion der Beckenbodenmuskulatur kann sich auch in Form einer muskulären Stuhlinkontinenz oder erektiler Dysfunktion zeigen. Letztere ist für Männer oft sehr belastend.

Was die Beschwerden die sich aus Beckenbodenfehlfunktionen ergeben eint, ist oftmals das große Schamgefühl, dass die Betroffenen verspüren. Viele Inkontinenz-Patienten suchen niemals einen Arzt auf.

Die Dunkelziffer ist hoch, denn Inkontinenz ist immer noch ein gesellschaftliches Tabuthema. Betroffene sprechen nicht darüber. Sie haben Angst davor, ausgegrenzt zu werden“ so das Infozentrum Inkontinenz auf ihrer Website1.

Biofeedback und der Beckenboden

Biofeedback kann für vielfältige Beckenbodenbeschwerden eingesetzt werden. Vor allem für die Behandlung von Inkontinenz hat es sich bestens bewährt. bewährt. Mittels Vaginal oder Anal Elektroden wird die Muskelspannung im Beckenboden gemessen und dem Patienten rückgemeldet. Diese bildhafte Darstellung hilft den richtigen Bereich der zu trainierenden Muskulatur zu lokalisieren und die Wirkung der Anspannungs und Entspannungstechnik mitverfolgen zu können. „Bei regelmäßiger Anwendung 2×30 Minuten pro Tag werden nach etwa 6 Monaten Erfolgsraten von fast 90% erzielt.“ berichtet der Selbsthilfeverband Inkontinenz2.

Wissenschaft und Forschung

Auch im wissenschaftlichen Bereich ist die Effektivität von Biofeedback weithin anerkannt. So berichten Mary Riley und Linda Organist von der Society of Urologic Nurses and Associates, dass Biofeedback die empfohlene First-Line Behandlung für Dranginkontinenz, da die Methode mit medikamentöser Behandlung mithalten kann und frei von Nebenwirkungen ist3.

Auch eine Studie der Guangzhou Medical University fand, dass ein Beckenbodentraining mit Biofeedbackunterstützung eine große Wirksamkeit bei Harninkontinenz bei Frauen nach der Geburt oder nach dem Eintritt in die Menopause darstellt4.

Bezüglich Fäkalinkontinenz berichten Dr. Daniela Jodorkovsky vom New York Medical College und ihre Kollegen. von positiven Ergebnissen bei 80% der behandelten Patienten. Auch in anderen Studien wurden Werte von über 70% gemessen. Es wäre an der Zeit, dass auch Krankenkassen die Wirksamkeit dieser Verfahren anerkennen und die Kosten übernehmen, da Dr. Jodorkovsky auch berichtet, dass die Nichtabdeckung der Kosten seitens der Krankenkassen ein Hauptgrund war warum Patienten die Behandlung abbrachen5.

Auch bei einer radikalen Prostataentfernung wird der Beckenboden beansprucht. Folgen sind hier oft ebenfalls Harninkontinenz aber auch erektile Dysfunktion. Beide Krankheitsbilder sind für Männer sehr beschämend und belasten sie daher massiv. Ein Team der Universität Sao Paulo hat die Wirkung von Biofeedback auf nach einer radikalen Prostataentfernung untersucht und berichtet von Verbesserungen der Harnkontinenz und der Potenz bei Männern. Die Potenz erholten sich 47% der Männer von der erektilen Dysfunktion im Vergleich zu nur 12% in einer unbehandelten Kontrollgruppe6.

Aber auch abseits der Prostataentfernung berichtet ein Team des Somerset Nuffield Hospitals in Großbritannien berichtet, dass 40% der Männer nach einem Beckenbodentraining mit Biofeedback ihre Potenz zurückerlangten, und 35% sich zumindest verbesserten7.

Anwenderstimmen

Insight Instruments arbeitet seit Jahren mit zufriedenen Kunden, welche unsere Geräte für Störungen und Schwächen der Beckenbodenmuskulatur verwenden. Frau Dr. Bankl Fischer Oberärztin vom Landesklinikum St. Pölten berichtet:

Besonders bei Stressinkontinenz stellt Biofeedback das Mittel der Wahl in der konservativen Therapie dar. […] Biofeedback ermöglicht dabei eine sanfte und überaus erfolgreiche Behandlung – ohne Nebenwirkungen. Die Erfolgsrate bei nur 6 bis 10 Sitzungen liegt bei 70-80%; die willkürliche Kontrolle über die Beckenbodenmuskulatur hält theoretisch unbegrenzt an, da eine Fertigkeit trainiert und keine passive Therapieform konsumiert wird – Hilfe zur Selbsthilfe! In den letzten Jahren stieg die Anzahl der PatientInnen, die zu Biofeedback an unser Institut zugewiesen wurde, kontinuierlich bei gleichbleibendem Erfolg an.“

Fazit

Sie sehen also, dass Biofeedback einen wertvollen Beitrag in der Behandlung von Krankheitsbildern leisten kann, welche Störungen der Beckenbodenmuskulatur als Ursache haben. Die Sichtbarkeit der Ergebnisse spielt eine entscheidende Rolle darin, die Kontrolle über die eigenen Körperfunktionen zurückzugewinnen. So kann den Patienten geholfen werden, wieder in einen normalen stressfreien Alltag zurückzukehren!

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Sie wollen nicht warten und jetzt schon etwas für Ihren Beckenboden tun?

http://www.gesundheit.de/fitness/fitness-uebungen/beckenbodengymnastik

Quellen:

http://www.selbsthilfeverband-inkontinenz.org/svi_suite/svisuite/harninkontinenz-biofeedbackelektrostimulation.php
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/25537247
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22573231
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16104916