Ob nun klinisch relevanter oder alltäglicher Stress, man lehnt sich wohl nicht weit aus dem Fenster wenn man davon ausgeht, dass wir alle ein wenig Entspannung benötigen können. Wie können wir diese Entspannung aber erreichen? Techniken und Wege sich zu entspannen gibt es viele, sei es über Atemtechniken, Autogenes Training, progressive Muskelentspannung oder Meditation. Diese Verfahren haben sich in vielen Studien als wirksam erwiesen.

Motivation
Alle diese Techniken haben jedoch eine Problematik: Wir leben in einer Zeit in der wir schnelle und sichtbare Ergebnisse haben möchten. Wenn eine Wirkung für uns nicht erlebbar oder fühlbar ist, brechen wir die Behandlung oft zu früh ab. So geschieht es in der Tat oft bei Entspannungstechniken. Wir setzen uns ein oder zwei mal hin und probieren es aus. Es passiert „nichts“, zumindest nichts, das wir wahrnehmen, und wir sagen uns „das funktioniert ja nicht“.
Expert:innen wissen aber: Es funktioniert!

Wie kann die Motivation der Proband:innen / Kund:innen aufrecht erhalten werden?

Nun, die meisten von uns sind zutiefst visuelle Wesen. Wir glauben erst was wir sehen. Und genau diese Fähigkeit liefern uns die Biofeedbackgeräte. Mit Biofeedback kann man auch minimale Veränderungen der Stressparameter (wie Hautleitwert, oder Atemfrequenz) gezeigt werden. Diese kleinen Veränderungen motivieren und zeigen uns klar und deutlich, dass eben doch etwas passiert.

Bei Lähmungen kann dieser Effekt zum Beispiel auch eingesetzt werden, um den Betroffenen zu zeigen, dass das anstrengende Training, das subjektiv nur langsam und mühsam vorangeht, durchaus erfolgreich ist.

Objektive Erfassung für Therapeut:innen und Proband:innen
Aber nicht nur die Motivation ist wichtig. Die objektive Erfassung beispielsweise der Wirkung der Suggestionsformeln beim Autogenen Training auf den Körper (z.B. erwärmt sich die Hand bei guter Übung wirklich messbar) liefert sowohl dem/der ProbandIn wie auch dem/der behandelnden TherapeutIn die bisher fehlende Information, ob das Training richtig ausgeführt wird.

Die beste Methode
Schlussendlich haben wir alle Präferenzen. Bei verschiedenen Proband:innen / Kund:innen können verschiedene Verfahren zum Erfolg führen. Mit Biofeedback hat man nun jedoch ein Werkzeug, um dieses ideale Verfahren auch zu finden.

Fazit
Wir sehen also, Biofeedback und andere Entspannungsverfahren stehen keineswegs in Konkurrenz zueinander, sie ergänzen sich perfekt. Die Frage Biofeedback oder andere Verfahren stellt sich also kaum, da die Antwort eigentlich immer Biofeedback und andere Verfahren lautet.