{"id":258174,"date":"2024-07-04T14:15:57","date_gmt":"2024-07-04T12:15:57","guid":{"rendered":"https:\/\/biofeedback.co.at\/?p=258174"},"modified":"2025-02-17T09:20:14","modified_gmt":"2025-02-17T08:20:14","slug":"biofeedback-bei-angststoerungen-erfahrungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/biofeedback.co.at\/en\/biofeedback-bei-angststoerungen-erfahrungen\/","title":{"rendered":"Biofeedback for anxiety disorders - a practical experience report"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/biofeedback.co.at\/en\/what-is-biofeedback\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Biofeedback<\/a> gewinnt in der modernen Psychotherapie zunehmend an Bedeutung. Diese innovative Methode erm\u00f6glicht es Therapeuten und Patienten, physiologische Daten in Echtzeit zu beobachten und zu interpretieren. Doch wie genau kann Biofeedback die psychotherapeutische Behandlung in der Praxis nun wirklich bereichern? In einem exklusiven Interview haben wir dar\u00fcber mit der erfahrenen Psychotherapeutin Frau Dr. Ellena Huse gesprochen: <img decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-258178 alignright\" src=\"https:\/\/biofeedback.co.at\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Elena-Huse-BFA-249x300.png\" alt=\"\" width=\"249\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/biofeedback.co.at\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Elena-Huse-BFA-249x300.png 249w, https:\/\/biofeedback.co.at\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Elena-Huse-BFA.png 350w\" sizes=\"(max-width: 249px) 100vw, 249px\" \/><\/p>\n<p><strong>Question:<\/strong> Ihrer Meinung nach, wie wirksam w\u00fcrden Sie Biofeedback als Erg\u00e4nzung in der psychotherapeutischen Behandlung einstufen, und wo sehen Sie den Mehrwert, es in die Psychotherapie zu integrieren?<\/p>\n<p><b>Answer:<\/b> Ich sehe einen besonderen Mehrwert darin, dass wir unmittelbaren Zugriff auf physiologische Daten haben. Wir k\u00f6nnen sehen und sichtbar machen, was im K\u00f6rper passiert. Das ist ein gro\u00dfer Vorteil, besonders bei Angstpatienten, die oft eine starke Fixierung auf K\u00f6rperprozesse haben, wie zum Beispiel Patienten mit Panikst\u00f6rung oder Herzneurose. Diese Patienten fixieren sich stark auf ihre k\u00f6rperlichen Prozesse. In der klassischen Psychotherapie, wo der K\u00f6rper oft nicht einbezogen wird, ist es schwierig, die Patienten zu \u00fcberzeugen, dass k\u00f6rperliche Symptome nicht gef\u00e4hrlich sind. Der Mehrwert von Biofeedback liegt darin, dass wir den K\u00f6rper mit einbeziehen k\u00f6nnen. Wenn man einem Angstpatienten sagt: \u201eOkay, wir schauen jetzt erstmal, was Ihr K\u00f6rper eigentlich tut\u201c und wir dann genau das auch machen, n\u00e4mlich K\u00f6rperprozesse registrieren, gemeinsam anschauen und gemeinsam interpretieren, hat das f\u00fcr die therapeutische Beziehung einen hohen Mehrwert. Die Patienten f\u00fchlen sich ganz anders ernst genommen, als wenn sie nur vom Arzt gedr\u00e4ngt<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 <\/span>in diese \u201ePsychoschiene\u201c geraten, wo sie sich am Anfang manchmal gar nicht sehen. Es ist of ein sehr guter T\u00fcr\u00f6ffner in die Therapie.<\/p>\n<p><b>Question:<\/b> <a href=\"https:\/\/biofeedback.co.at\/en\/neuromaster\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Moderne Biofeedback-Systeme<\/a> bieten viele M\u00f6glichkeiten, k\u00f6rperliche Parameter zur\u00fcckzumelden. Bei welchen Parametern haben Sie gute Erfahrungen gemacht und was haben Sie als besonders zielf\u00fchrend bei Ihren Klienten erlebt?<\/p>\n<p><b>Answer:<\/b> Zun\u00e4chst finde ich es wichtig, zu schauen, welche Parameter \u00fcberhaupt wie reagieren. Oft hat man eine gewisse Vorstellung; beispielsweise wenn ein Patient sagt: \u201eMein Herz schl\u00e4gt dann so stark und dann kommt diese Angst, dass es ein Herzinfarkt sein k\u00f6nnte. Mein Vater ist auch an einem Herzinfarkt gestorben und ich wei\u00df, da eine biologische Veranlagung habe. Ich sp\u00fcre dann auch, wie das Herz scl\u00e4gt. Da muss doch etwas sein.\u201c. Dann w\u00e4re es naheliegend zu sagen ich arbeite mit der Pulsfrequenz. Das funktioniert meist gut.<br \/>\nWenn ich mehrere Parameter habe, finde ich es aber trotzdem wichtig, auch all diese Parameter zu messen. Eine gute Biofeedback-Behandlung beginnt meiner Meinung nach immer mit einer sogenannten Stressprovokation, bei der verschiedene Zust\u00e4nde und Parameter verglichen werden. Wenn ein Patient \u00fcber Probleme mit dem Puls berichtet, w\u00fcrde ich haupts\u00e4chlich den Puls r\u00fcckmelden. Gleichzeitig k\u00f6nnte ich aber sehen, dass der Patient nicht nur einen hohen Puls hat, sondern auch eine starke Nackenverspannung. Wenn er mir vorher erz\u00e4hlt hat, dass er auch immer so Nackenschmerzen hat, dann w\u00fcrde ich in diesem Fall zun\u00e4chst mit dem Puls als T\u00fcr\u00f6ffner arbeiten, danach aber sehr wohl auch das EMG in die Behandlung einbeziehen. Daher kann ich die Frage nur schwer beantworten. Ich arbeite auch gern mit der Atmung, weil man sie willk\u00fcrlich beeinflussen kann und so sehr gut und schnell damit arbeiten kann. Auch Muskeln k\u00f6nnen wir gezielt beeinflussen; zwar k\u00f6nnen wir oft nicht einfach so gezielt loslassen, aber wir haben schon eine gute Kontrolle und k\u00f6nnen ganz gut damit arbeiten.<span class=\"Apple-converted-space\"><br \/>\n<\/span>Es gibt auch F\u00e4lle, in denen besonders der Hautleitwert auf Stress reagiert. Ich finde es wichtig, die Parameter abh\u00e4ngig von den Berichten der Patienten auszuw\u00e4hlen und auch zu schauen, ob die Parameter auch sichtbar reagieren.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><b>Question:<\/b> Was berichten Patienten, wie merken Sie, dass sich die Angstsymptomatik reduziert, und welche langfristigen Effekte sind m\u00f6glich?<\/p>\n<p><b>Answer:<\/b> Kurzfristig bemerken viele Patienten, dass ihre Atmung langsamer und tiefer wird und dass sich mit der Atmung der Pulsschlag auch verlangsamt, was sie auch am Bildschirm sehen k\u00f6nnen. Das gibt ihnen das Gef\u00fchl, dass sie Entspannung tats\u00e4chlich lernen k\u00f6nnen. Viele Angstpatienten glauben, dass sie sich nicht entspannen k\u00f6nnen, aber die physiologischen Daten zeigen oft das etwas Anderes. Langfristig berichten Angstpatienten h\u00e4ufig, dass sie weniger Verspannungen sp\u00fcren und insgesamt entspannter sind. Ein Beispiel ist eine Patientin mit extremer Angst vor Asseln. Durch das Biofeedbacktraining konnte sie lernen, dass sie, selbst wenn sie an Asseln dachte oder sie sah, zwar kurz mit dem Puls reagiert, den Puls aber auch schnell wieder nach unten regulieren kann. Diese F\u00e4higkeit hat ihr geholfen, ihre Angst zu \u00fcberwinden und ihre Bewegungsfreiheit zur\u00fcckzugewinnen.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Biofeedback gewinnt in der modernen Psychotherapie zunehmend an Bedeutung. Diese innovative Methode erm\u00f6glicht es Therapeuten und Patienten, physiologische Daten in Echtzeit zu beobachten und zu interpretieren. Doch wie genau kann Biofeedback die psychotherapeutische Behandlung in der Praxis nun wirklich bereichern? 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