{"id":260486,"date":"2025-07-11T14:47:22","date_gmt":"2025-07-11T12:47:22","guid":{"rendered":"https:\/\/biofeedback.co.at\/?p=260486"},"modified":"2026-04-29T10:00:11","modified_gmt":"2026-04-29T08:00:11","slug":"biofeedback-for-tinnitus-experience","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/biofeedback.co.at\/en\/biofeedback-bei-tinnitus-erfahrungen\/","title":{"rendered":"Biofeedback for tinnitus: practical experience"},"content":{"rendered":"<p>[et_pb_section fb_built=&#8220;1&#8243; admin_label=&#8220;section&#8220; _builder_version=&#8220;4.16&#8243; global_colors_info=&#8220;{}&#8220; theme_builder_area=&#8220;post_content&#8220;][et_pb_row admin_label=&#8220;row&#8220; _builder_version=&#8220;4.16&#8243; background_size=&#8220;initial&#8220; background_position=&#8220;top_left&#8220; background_repeat=&#8220;repeat&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220; theme_builder_area=&#8220;post_content&#8220;][et_pb_column type=&#8220;4_4&#8243; _builder_version=&#8220;4.16&#8243; custom_padding=&#8220;|||&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220; custom_padding__hover=&#8220;|||&#8220; theme_builder_area=&#8220;post_content&#8220;][et_pb_text admin_label=&#8220;Text&#8220; _builder_version=&#8220;4.16&#8243; background_size=&#8220;initial&#8220; background_position=&#8220;top_left&#8220; background_repeat=&#8220;repeat&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220; theme_builder_area=&#8220;post_content&#8220;]In diesem Interview erkl\u00e4rt <a href=\"https:\/\/biofeedback-akademie.com\/therapeuten\/mag-hanno-prettner\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>Mag. Hanno Prettner<\/strong><\/a> wie er <a href=\"https:\/\/biofeedback.co.at\/was-ist-biofeedback\/\"><strong>Biofeedback<\/strong><\/a> in der <a href=\"https:\/\/biofeedback.co.at\/was-ist-biofeedback\/anwendungsgebiete\/tinnitus-behandeln\/\"><strong>Tinnitusbehandlung<\/strong><\/a> einsetzt. Er ist angehender Psychotherapeut aus der Richtung der Existenzanalyse und Logotherapie und arbeitet seit rund drei Jahren als Bio- und Neurofeedbacktrainer in einer psychologischen Praxis in Klagenfurt mit Schwerpunkt Tinnitustherapie.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Frage:<\/strong> Was ist Ihnen in der Arbeit mit Tinnitus-Patient:innen besonders wichtig?<\/p>\n<p><strong>Antwort<\/strong><strong>:<\/strong> Neben einer wertsch\u00e4tzenden, ernstnehmenden Haltung gegen\u00fcber den Patient:innen ist es mir besonders wichtig, deren Selbstwirksamkeit zu st\u00e4rken. Biofeedback &#8211; und auch Neurofeedback &#8211; ist dabei f\u00fcr mich ein zentrales Werkzeug, weil es sehr schnell Wirkung zeigen kann. Vor allem bei \u00dcbererregungszust\u00e4nden wie Aggression, Frustration oder Schlaflosigkeit bietet Biofeedback Patient:innen eine M\u00f6glichkeit zur Eigenregulation. Sie erleben Entlastung, weil sie nicht mehr hilflos dem ausgeliefert sind, was in ihnen passiert. Deshalb ist es f\u00fcr mich ein unverzichtbarer Bestandteil in der Tinnitus Therapie geworden.<\/p>\n<p><strong>Frage:<\/strong> Welche weiteren Beschwerden schildern Tinnitus-Patient:innen Ihrer Erfahrung nach, bei denen Biofeedback unterst\u00fctzend wirken kann und die Behandlung erleichtert? Und welche Ver\u00e4nderungen sehen Sie, wenn Patient:innen \u00fcber mehrere Wochen begleitet werden?<\/p>\n<p><b>Antwort:<\/b> Was ich in den ganzen Jahren feststellen durfte, ist, dass bei sehr vielen Patienten eine sehr hohe muskul\u00e4re Anspannung vorhanden ist. Speziell in den Bereichen des Trapezmuskels, des Kiefermuskels und auch des langen Halsmuskels. Hier empfehle ich besonders EMG-Trainings, z.B. mit der Sitzungsbibliothek <em>Easy-Start<\/em>, in der die Muskelspannung gut sichtbar wird. Ich arbeite auch gerne mit dem EMG-Tacho. Ein weiterer wichtiger Ansatzpunkt ist die Atmung. Viele Tinnitus Betroffene zeigen eine flache Brustatmung, oft verbunden mit muskul\u00e4rer Beteiligung der angesprochenen Muskelgruppen. Daher ist das Erlernen einer tiefen, entspannten Bauchatmung ohne Muskelbeteiligung ein zentrales Ziel im Training &#8211; und gleichzeitig ein gutes Indiz f\u00fcr die Entspannung des Gesamtsystems.<\/p>\n<p><b>Frage: <\/b>Das bedeutet, dass Parameter wie Muskelspannung, Atmung sowie solche, die das Stressniveau und die Balance zwischen Sympathikus und Parasympathikus abbilden, gut f\u00fcr den Einsatz in der Tinnitusbehandlung geeignet sind. Je nach individueller Symptomatik und dem, was Patient:innen berichten, l\u00e4sst sich daraus ein passendes Trainingsprotokoll ableiten. Welche Herausforderungen oder Grenzen erleben Sie dabei?<\/p>\n<p><b>Antwort:<\/b> Eine der gr\u00f6\u00dften Herausforderungen ist der hohe Erwartungsdruck vieler Patient:innen &#8211; vor allem, wenn der Tinnitus noch relativ neu ist .Viele kommen mit der Vorstellung: &#8222;Der Tinnitus muss weg und zwar schnell!&#8220; H\u00e4ufig glauben sie, dass sich das Ger\u00e4usch innerhalb von drei Monaten bessern muss, sonst bleibt es f\u00fcr immer. Diese Dringlichkeit erzeugt zus\u00e4tzlichen Stress, der die Wahrnehmung des Tinnitus noch verst\u00e4rken kann, was wiederum mehr Stress ausl\u00f6st. Es entsteht ein Teufelskreis. Das hei\u00dft, das wichtige ist einmal zu lernen, mit Akzeptanz-Training, den Tinnitus als das zu nehmen, was es ist, n\u00e4mlich ein Ohrger\u00e4usch und mehr nicht. Die Patient:innen m\u00fcssen verstehen, dass der Tinnitus in erster Linie ein Symptom ist, nicht die Krankheit selbst. Und dass es m\u00f6glich ist, mit dem Ger\u00e4usch zu leben, es zu integrieren, auch wenn es nicht verschwindet.<br \/>\nDa ist Biofeedback ein zentrales Element in der Tinnitus Therapie. Ich w\u00fcrde nicht mehr darauf verzichten wollen, weil man so gut diese Selbstwirksamkeit darstellen kann und die Personen einen Einblick bekommen in ihren K\u00f6rper und sich nicht ihren eigenen K\u00f6rpern hilflos ausgesetzt f\u00fchlen. Das hei\u00dft sie lernen klar, was muss ich machen, damit sich gewisse Parameter in gewisse und gew\u00fcnschte Richtungen entwickeln. Biofeedback ist hierbei ein f\u00fcr mich unerl\u00e4ssliches Tool geworden.[\/et_pb_text][\/et_pb_column][\/et_pb_row][\/et_pb_section]<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In diesem Interview erkl\u00e4rt Mag. Hanno Prettner wie er Biofeedback in der Tinnitusbehandlung einsetzt. 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Deshalb ist es f\u00fcr mich ein unverzichtbarer Bestandteil in der Tinnitus Therapie geworden.\r\n\r\n<strong>Frage:<\/strong> Welche weiteren Beschwerden schildern Tinnitus-Patient:innen Ihrer Erfahrung nach, bei denen Biofeedback unterst\u00fctzend wirken kann und die Behandlung erleichtert? Und welche Ver\u00e4nderungen sehen Sie, wenn Patient:innen \u00fcber mehrere Wochen begleitet werden?\r\n\r\n<b>Antwort:<\/b> Was ich in den ganzen Jahren feststellen durfte, ist, dass bei sehr vielen Patienten eine sehr hohe muskul\u00e4re Anspannung vorhanden ist. Speziell in den Bereichen des Trapezmuskels, des Kiefermuskels und auch des langen Halsmuskels. Hier empfehle ich besonders EMG-Trainings, z.B. mit der Sitzungsbibliothek <em>Easy-Start<\/em>, in der die Muskelspannung gut sichtbar wird. Ich arbeite auch gerne mit dem EMG-Tacho. Ein weiterer wichtiger Ansatzpunkt ist die Atmung. 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Welche Herausforderungen oder Grenzen erleben Sie dabei?\r\n\r\n<b>Antwort:<\/b> Eine der gr\u00f6\u00dften Herausforderungen ist der hohe Erwartungsdruck vieler Patient:innen - vor allem, wenn der Tinnitus noch relativ neu ist .Viele kommen mit der Vorstellung: \"Der Tinnitus muss weg und zwar schnell!\" H\u00e4ufig glauben sie, dass sich das Ger\u00e4usch innerhalb von drei Monaten bessern muss, sonst bleibt es f\u00fcr immer. Diese Dringlichkeit erzeugt zus\u00e4tzlichen Stress, der die Wahrnehmung des Tinnitus noch verst\u00e4rken kann, was wiederum mehr Stress ausl\u00f6st. Es entsteht ein Teufelskreis. Das hei\u00dft, das wichtige ist einmal zu lernen, mit Akzeptanz-Training, den Tinnitus als das zu nehmen, was es ist, n\u00e4mlich ein Ohrger\u00e4usch und mehr nicht. Die Patient:innen m\u00fcssen verstehen, dass der Tinnitus in erster Linie ein Symptom ist, nicht die Krankheit selbst. 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