{"id":260490,"date":"2025-07-11T15:03:20","date_gmt":"2025-07-11T13:03:20","guid":{"rendered":"https:\/\/biofeedback.co.at\/?p=260490"},"modified":"2026-04-29T09:59:38","modified_gmt":"2026-04-29T07:59:38","slug":"biofeedback-trauma-sequelae-application","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/biofeedback.co.at\/en\/biofeedback-traumafolgestoerungen-anwendung\/","title":{"rendered":"Biofeedback for trauma-related disorders: Effectiveness &amp; Application"},"content":{"rendered":"<p>[et_pb_section fb_built=&#8220;1&#8243; admin_label=&#8220;section&#8220; _builder_version=&#8220;4.16&#8243; global_colors_info=&#8220;{}&#8220; theme_builder_area=&#8220;post_content&#8220;][et_pb_row admin_label=&#8220;row&#8220; _builder_version=&#8220;4.16&#8243; background_size=&#8220;initial&#8220; background_position=&#8220;top_left&#8220; background_repeat=&#8220;repeat&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220; theme_builder_area=&#8220;post_content&#8220;][et_pb_column type=&#8220;4_4&#8243; _builder_version=&#8220;4.16&#8243; custom_padding=&#8220;|||&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220; custom_padding__hover=&#8220;|||&#8220; theme_builder_area=&#8220;post_content&#8220;][et_pb_text admin_label=&#8220;Text&#8220; _builder_version=&#8220;4.16&#8243; background_size=&#8220;initial&#8220; background_position=&#8220;top_left&#8220; background_repeat=&#8220;repeat&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220; theme_builder_area=&#8220;post_content&#8220;]In diesem Interview erkl\u00e4rt <strong><a href=\"https:\/\/www.edithbeer.at\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Mag. Edith Beer<\/a><\/strong> wie sie Biofeedback in der Therapie von Traumafolgest\u00f6rungen einsetzt.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Frage:<\/strong> Sie haben Erfahrungen im Bereich von Biofeedback bei Traumafolgest\u00f6rungen. Was war f\u00fcr Sie der Ausl\u00f6ser, Biofeedback gerade hier einzusetzen? Und worin liegt f\u00fcr Sie der Mehrwert?<\/p>\n<p><strong>Antwort<\/strong><strong>:<\/strong> Traumatische Erfahrungen k\u00f6nnen das vegetative Nervensystem deutlich beeinflussen \u2013 genau hier setzt Biofeedback an. Ein zentraler Bestandteil jeder Traumatherapie ist zu Beginn die Stabilisierung. Und da ist Biofeedback ein unglaublich hilfreiches Werkzeug, weil es auf k\u00f6rperlicher Ebene Selbstregulationsf\u00e4higkeiten f\u00f6rdert. Das war auch unsere Motivation, Biofeedback als erg\u00e4nzendes Verfahren in der Arbeit mit Patient:innen mit Traumafolgest\u00f6rungen einzuf\u00fchren \u2013 und die R\u00fcckmeldungen dazu sind durchweg positiv.<\/p>\n<p><strong>Frage:<\/strong> Welche Biofeedback-Parameter empfinden Sie in diesem Zusammenhang als besonders sinnvoll?<\/p>\n<p><b>Antwort:<\/b> Das ist sehr individuell. Ich leite zu Beginn meist alle verf\u00fcgbaren Parameter ab, um zu sehen, wo wir gezielt ansetzen k\u00f6nnen. H\u00e4ufig zeigt sich eine Reaktion \u00fcber das EMG \u2013 beispielsweise Verspannungen im Trapezius oder im Kieferbereich.<\/p>\n<p><b>Frage: <\/b>Wie viele Sitzungen braucht es Ihrer Erfahrung nach, bis erste Effekte sp\u00fcrbar sind?<\/p>\n<p><b>Antwort:<\/b> Mindestens f\u00fcnf Sitzungen sind sinnvoll, damit ein erstes Bewusstsein f\u00fcr die eigenen Reaktionsmuster entstehen kann. Es braucht ein bisschen Zeit, um sich selbst auszuprobieren und Vertrauen in die eigene Selbstregulationsf\u00e4higkeit zu entwickeln. Wenn mehr Einheiten m\u00f6glich sind, ist das nat\u00fcrlich ideal.<\/p>\n<p><strong>Frage:<\/strong> Was berichten Patient:innen aus dem Alltag, wenn sie erste Fortschritte machen?<\/p>\n<p><strong>Antwort:<\/strong> Das erste Aha-Erlebnis ist meist: <em>\u201eIch habe einen K\u00f6rper, der auf psychische Zust\u00e4nde reagiert.\u201c<\/em> Viele erleben es als spannende Entdeckungsreise, wenn sie am Bildschirm ihre k\u00f6rperlichen Prozesse beobachten \u2013 losgel\u00f6st vom reinen Gespr\u00e4ch. Diese externe Perspektive hilft ihnen, wieder in Kontakt mit sich zu kommen. Anfangs ist oft Zur\u00fcckhaltung da, aber die Neugier siegt fast immer. Gerade bei Traumafolgest\u00f6rungen ist es f\u00fcr viele sehr wichtig, das Gef\u00fchl zu haben: <em>Ich kann etwas tun, um mich zu beruhigen und wieder in den Griff zu bekommen.<\/em><\/p>\n<p><strong>Frage:<\/strong> Welche Tipps w\u00fcrdest du Kolleg:innen geben, die \u00fcberlegen, Biofeedback in ihre Arbeit zu integrieren &#8211; insbesondre im Bereich Traumafolgest\u00f6rungen?<\/p>\n<p><strong>Antwort:<\/strong> Vor allem bei dieser Zielgruppe ist es wichtig, auf ein m\u00f6glichst niederschwelliges Setting zu achten. Viele empfinden es als unangenehm, wenn sie direkt verkabelt werden oder zu wenig Kontrolle \u00fcber das Setting haben. Deshalb: je weniger Kabel, desto besser. Wenn das Ger\u00e4t es erlaubt, w\u00fcrde ich mit Sensoren starten, die auch eine gewisse Bewegungsfreiheit lassen. Wichtig ist das Gef\u00fchl: Ich kann jederzeit aufstehen oder den Raum verlassen, wenn ich m\u00f6chte.<\/p>\n<p><strong>Frage:<\/strong> Wie wirksam empfindest du Biofeedback in der Traumtherapie und warum?<\/p>\n<p><strong>Antwort<\/strong>: Ich halte es f\u00fcr \u00e4u\u00dferst wirksam. Es verbessert die Interozeptionsf\u00e4higkeit. Die Patient:innen bekommen unmittelbares Feedback \u2013 sie sehen live auf dem Bildschirm, was in ihrem K\u00f6rper passiert, und das schafft Vertrauen. Viele berichten, dass sie durch Biofeedback bestimmte Skills viel schneller verinnerlichen konnten. Auch Therapeut:innen erleben h\u00e4ufig, dass mit Biofeedback Fortschritte in der Therapie schneller und nachhaltiger erzielt werden.[\/et_pb_text][\/et_pb_column][\/et_pb_row][\/et_pb_section]<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In diesem Interview erkl\u00e4rt Mag. Edith Beer wie sie Biofeedback in der Therapie von Traumafolgest\u00f6rungen einsetzt. 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H\u00e4ufig zeigt sich eine Reaktion \u00fcber das EMG \u2013 beispielsweise Verspannungen im Trapezius oder im Kieferbereich.\r\n\r\n<b>Frage: <\/b>Wie viele Sitzungen braucht es Ihrer Erfahrung nach, bis erste Effekte sp\u00fcrbar sind?\r\n\r\n<b>Antwort:<\/b> Mindestens f\u00fcnf Sitzungen sind sinnvoll, damit ein erstes Bewusstsein f\u00fcr die eigenen Reaktionsmuster entstehen kann. Es braucht ein bisschen Zeit, um sich selbst auszuprobieren und Vertrauen in die eigene Selbstregulationsf\u00e4higkeit zu entwickeln. 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Gerade bei Traumafolgest\u00f6rungen ist es f\u00fcr viele sehr wichtig, das Gef\u00fchl zu haben: <em>Ich kann etwas tun, um mich zu beruhigen und wieder in den Griff zu bekommen.<\/em>\r\n\r\n<strong>Frage:<\/strong> Welche Tipps w\u00fcrdest du Kolleg:innen geben, die \u00fcberlegen, Biofeedback in ihre Arbeit zu integrieren - insbesondre im Bereich Traumafolgest\u00f6rungen?\r\n\r\n<strong>Antwort:<\/strong> Vor allem bei dieser Zielgruppe ist es wichtig, auf ein m\u00f6glichst niederschwelliges Setting zu achten. Viele empfinden es als unangenehm, wenn sie direkt verkabelt werden oder zu wenig Kontrolle \u00fcber das Setting haben. Deshalb: je weniger Kabel, desto besser. Wenn das Ger\u00e4t es erlaubt, w\u00fcrde ich mit Sensoren starten, die auch eine gewisse Bewegungsfreiheit lassen. 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