Heute beschäftigen wir uns mit einer der leidvollsten Erfahrungen, welche Patienten erleben können: dem Gefühl keine Kontrolle mehr über die Krankheit zu besitzen. Dieses Gefühl der Hilflosigkeit kann sich mit der Zeit auf andere Lebensbereiche ausweiten. Wie kann Biofeedback helfen dieser Entwicklung entgegenzutreten?
Es ist egal was ich tue
Wie bereits in der Einleitung erwähnt ist ein großes Problem bei vielen Erkrankungen im Allgemeinen und ganz besonders bei jenen, welche chronische Ausmaße angenommen haben das Kontrollerleben des Patienten. Viele von Ihnen haben so gut wie Alles probiert. Unzählige Therapien, Medikamente und Krankenhausaufenthalte. Es soll jetzt auch gar nicht gesagt werden, dass all diese Zugänge per se sinnlos sind (das wäre vermesse, wir behandeln multimodal), nur sie haben bei vielen einfach nicht funktioniert. Dadurch stellt sich im Laufe der Zeit Resignation ein und die Motivation des Patienten noch IRGENDETWAS zu versuchen sinkt. Er fühlt sich hilflos und ausgeliefert, die Krankheit bestimmt das Leben.
Biofeedback ist ein Weg den Patienten diese Kontrolle und das Gefühl der Selbstwirksamkeit wiederzugeben. So berichtet Chefarzt Dr. Joachim Müller von der Abteilung Psychiatrie und Psychotherapie vom AWO Fachkrankenhaus Jerichow (ein Kunde von uns): "…Auch berichten die Patienten häufig davon, erstmals Kontrolle über verschiedenste Körpersensationen bekommen zu haben, was im Verlauf der Therapie zu einer Verbesserung der Selbstwirksamkeitserwartung und des Selbstbewusstseins führt. Somit stellt die Biofeedbacktherapie nicht nur ein wertvolles Instruments im Bereich der Diagnostik, sondern auch der Psychotherapie wie der Selbsterfahrung des Patienten dar."
Viele Patienten erleben mit Biofeedback zum ersten Mal wieder ein Erfolgserlebnis im Umgang mit ihren Schmerzen, sie merken, dass sie diesem nicht nur passiv ausgeliefert sind, sondern dass sie aktiv eingreifen können. Dieser Effekt einer erhöhten Selbstwirksamkeit stellt einen wesentlichen Erfolgsfaktor der Biofeedbacktherapie dar! Sehr hilfreich ist auch die direkte Sichtbarkeit der Erfolge. Prinzipiell besitzt der Patient ja diese Fähigkeit zur Selbstregulation bereits, er kann sie nur mangels Rückmeldung nicht erlernen und instrumentalisieren. Dadurch, dass wir dem Patienten nun ein hilfreiches Werkzeug „beibringen“ verändern wir seinen Zugang zur Erkrankung. Wie es Dr. Gamsjäger (ebenfalls ein Kunde) formulierte: „Auch die Erfahrung von Kontrolle und Selbstwirksamkeit veränderte Verhalten, Reaktionen sowie Sicht- und Bewertungsweise der Klientin.“
Fazit
Biofeedback kann neben vielen anderen Gründen unter anderem dadurch als Therapiemethode überzeugen, dass es Patienten als notwendigen aktiven Part in die Behandlung mit einbindet. Dieser erlebt sich nun nicht mehr als Empfänger von zufälligem Schmerz und genauso zufälliger Schmerzfreiheit. Er ist stattdessen sozusagen wieder der Steuermann auf seinem eigenen Schiff. Oder wie wir es in unserem Biofeedback-Leitspruch formulieren: Biofeedback ist ein Weg aus der Hilflosigkeit gegenüber Krankheit und Beschwerden – der Patient wird vom passiven Empfänger zum aktiv Handelnden.

Weitere interessante Zitate
"Rückmeldungen sind darüber hinaus geeignet, über die sichtbaren Veränderungen dieser Parameter bei Entspannungsübungen die Selbstwirksamkeitserwartung der PatientInnen positiv zu beeinflussen und somit zu einer Intensivierung eigengesteuerter Übungen beizutragen."Dipl. Psych. Andreas Kruse Rheumazentrum Oberammergau Weitere Materialien
In einem Bericht über das Zentrum für Integrative Medizin, in dem mit unserem Biofeedback-System gearbeitet wird, können Sie die Geschichte des Leidensweges eines Mannes mit Kopfschmerzen erfahren. Diese Geschichte hat durch Atem-Biofeedback ein Ende gefunden.

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