Peak Performance: Bio- und Neurofeedback für Höchstleistungen

von | 29. Mai 2024 | Anwendungsgebiete, Biofeedback, Studien

Peak Performance – Was hat das mit Biofeedback zu tun?

Der Anwendungsbereich „Peak Performance“ beschreibt den Einsatz von Bio- und Neurofeedback zur Verbesserung der Leistung bei gesunden Individuen, allen voran Sportlern. Dies grenzt sich ab von der Rehabilitation, bei der Personen nach einer Verletzung oder anderen gesundheitlichen Schwierigkeiten zu Ihrer ursprünglichen Leistung zurückfinden.

Der Einsatz von Bio- und Neurofeedback in der Leistungssteigerung ist besonders interessant, da es ermöglicht Performanz objektiv zu messen und zu verbessern. Dabei scheint das Training jedoch nicht unmittelbar auf die sportliche Leistung einzuwirken, sondern auf selbstregulatorische Fähigkeiten, wie das physiologisches Arousal und die Stressreaktion. Studien legen zudem nahe, dass durch Biofeedback verringere Ängstlichkeit und erhöhtes Selbstbewusstsein eine Rolle in der Leistungssteigerung spielt.

Studienlage zu Biofeedback

Die Evidenz in diesem Bereich hat sich in den letzten Jahren gemehrt, allen voran durch erhöhte Verwendung, bessere Algorithmen und einfachere Datenspeicherung.

Die Association for Applied Psychophysiology and Biofeedback (AAPB) bewertet daher in ihrem Überblick von 2023 die wissenschaftliche Evidenz für Biofeedback in der Leistungssteigerung als „wirksam“. Die dazu herangezogene Literatur identifiziert vor allem HRV – Training und Atemfeedback als wirksame Methoden.

Randomisierten, kontrollierten Studien zeigen eine Vielzahl an auf Biofeedback zurückzuführende Verbesserungen.

Dazu gehören:

  • Verringerte Ängstlichkeit
  • Erhöhte kognitive Leistung
  • Erhöhte akademische Leistung
  • Erhöhtes Selbstbewusstsein
  • Verbesserte Physiologische Marker
  • Erhöhte sportliche Leistung

Während ein klarer Zusammenhang zwischen Biofeedback und Leistungssteigerung besteht finden sich in der Literatur noch einige Unklarheiten. Es zeigt sich eine große Menge an untersuchter Variablen, von denen jedoch nur wenige in mehreren Studien präsent sind. Vor allem Performanz Variablen wurden bisher zu selten erhoben. Zukünftige Forschung sollte zudem untersuchen, wie viel Training mindestens benötigt wird und ob eine Kombination bestimmter Biofeedback – Parameter besonders wirksam ist.

Studienlage zu Neurofeedback

Auf Grund aktuellen der Studienlage stufte die AAPB den Einsatz von Neurofeedback zur Leistungssteigerung als „wahrscheinlich wirksam“ ein.

Anders als beim Biofeedback, zeigt sich für Neurofeedback ein klarer Unterschied im EEG Signal von Noviz:innen und Expert:innen.

Auch hier zeigen Studien Verbesserungen in verschiedenen Parametern:

  • Erhöhte sportliche Leistung
  • Verbesserte Task Ausführung
  • Mehr Flow-Erleben
  • Verbessertes Gleichgewicht

Die größte Einschränkung in diesem Forschungsbereich ist die Inkonsistenz der verwendeten Neurofeedback – Protokolle in denen verschiedenste Frequenzbänder mit unterschiedlicher Sensorplatzierung über sehr unterschiedlich lange Zeiträume trainiert werden. Zudem fehlen gut designte, randomisierte Studien mit großen Stichproben.

0 Kommentare

Einen Kommentar abschicken

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Autor/Autorin

Dr. Dieter Kropfreiter

Dieter Kropfreiter betreibt seit Langem wissenschaftliche Forschung im Bereich biomedizinischer Technik. Er ist Initiator mehrerer Biofeedback-Organisationen (so z. B. Ehrenmitglied der Deutschen Gesellschaft für Biofeedback).

Aktuelle Beiträge

Kategorien

Kategorien

Schlagwörter